Stiftung Burg Ravensberg - Geschichte und Natur im Teutoburger Wald

Die Burg Ravensberg (Ravensburg) bei Borgholzhausen, Stammburg des Ravensberger Landes

Musikalische Reise durch Raum und Zeit

Am  18. März war das Trio Picon bei uns zu Gast und begeisterte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit jiddischer Musik aus mehreren Ländern und Jahrhunderten. Ob traditioneller Klezmer aus dem osteuropäischen Raum, ob Tango aus Südamerika oder moderne Musik aus Nordamerika und Westeuropa, das Trio wusste mit ausgeprägtem Temperament und ebenso ausgeprägter Einfühlsamkeit zu überzeugen. Alle drei Solisten erwiesen sich als technische Meister ihrer Instrumente: Hanna Heuking Klarinette, Ramona Kozma Akkordeon und Gesang und Michael Zimmermann Tuba. Was sie aber besonders auszeichnete, war das harmonische Zusammenspiel der Gruppe, in der sich niemand in den Vordergrund drängte, sondern jeder der gemeinsamen Musik den Vortritt ließ. Und diese Musik hatte es verdient: Fröhlichkeit und Traurigkeit, Lebenslust und Melancholie waren die beherrschenden Elemente der Musik eines Volkes, das über Jahrhunderte das immerwährende Schicksal der Unterdrückung und Vertreibung erdulden musste.

Wenn wir unseren Gästen diese Musik angeboten haben, geschah dies nicht als servile Verbeugung vor dem Zeitgeist. Wir lehnen – ebenso wie der viel zu früh verstorbene Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, und wie der Schriftsteller Martin Walser - eine Instrumentalisierung des Schicksals der Juden ab. Es geschah vielmehr aus Liebe zu der hinreißenden Musik dieses Volkes.