Die Burg Ravensberg

Fraglos zählt die Burg Ravensberg zu den bedeutendsten Denkmalen im Ravensberger Land. Ihrer historischen Bedeutung entsprechend sind auch die Versuche, die Burgruine für Gegenwart und Zukunft zu erhalten, von einem breiten Verständnis in der Bevölkerung geprägt.

Man kann die historische Bedeutung der Burg nur dann richtig einschätzen, wenn man ihre reiche Geschichte berücksichtigt. Gehen wir also einmal weit zurück in die Geschichte, in das hohe Mittelalter nämlich. In einer Urkunde aus dem Jahre 1141 werden erstmals “Grafen von Ravensberg” erwähnt. Die gräfliche Burg lag auf einem südlichen Vorberg des Osning und beherrschte als Wehrfeste den Pass durch den Teutoburger Wald bei Holthusen, dem heutigen Borgholzhausen.

In ihrem Zentrum befand sich der Bergfried, der mächtige Wehrturm, der nicht allein beste Sicht ins Land hinein bot, sondern auch als Zentrum der Verteidigung galt und zudem noch das Verließ für die gräflichen Gefangenen beherbergte. Über drei Meter dick ist sein Mauerwerk im unteren Bereich. Der Eingang war früher hoch angelegt, eng und nur mit einer Leiter zu erreichen. Die Anlage selbst, die von einer festen Ringmauer und einem wasserlosen Graben umschlossen war, unterschied zwischen Vor- und Hauptburg, wobei noch ein Torhaus mit steiler Wegeführung den Zugang zur Vorburg erschwerte. Besagte Vorburg bot Raum für einige Wirtschaftsgebäude und war durch eine feste Zwischenmauer, in die der Wehrturm integriert war, von der Hauptburg getrennt. Hier fanden sich weitere Wirtschaftsgebäude, aber auch das gräfliche Herrenhaus, die Kapelle und vor allem der tiefe Burgbrunnen, um den sich ein reicher Sagenschatz rankt. Insgesamt spielte die Burg bis zum Tode des letzten Grafen Bernhard im Jahre 1346 eine herausragende Rolle im Ravensberger Land und darüber hinaus.

Nachdem die Burg – mittlerweile Sitz eines Drosten – im Jahre 1673 bei einem Angriff des Bischofs von Münster im Bombenhagel weitgehend zerstört worden war, wurde der Verwaltungssitz der Drostei verlegt.

Die Burg verfiel mehr und mehr. Erst in den 1830er Jahren gelang es, den weiteren Verfall der Burgruine nachhaltig zu stoppen. Damals engagierte sich der Oberpräsident der Provinz Westfalen Ludwig von Vincke selbst für den Erhalt der Burg und die Errichtung einer Aussichtsplattform auf dem Turm. Über tausend Taler wurden gesammelt, so dass die Burg fortan als beliebtes Ausflugsziel dienen konnte. Das im Jahre 1868 neu errichtete Forsthaus auf der Burg – Wilhelm I. hatte auch zu diesem Bau einige tausend Mark zur Verfügung gestellt – sollte die Attraktivität der Burg nochmals steigern.

Seit September des Jahres 2004 ist die Burg Eigentum der  “Stiftung Burg Ravensberg”, die dem Erhalt des Denkmals verpflichtet ist.