Die Burg Ravensberg im Mittelalter
Die Burg Ravensberg ist die älteste und auch die Stammburg der Ravensberger
Grafen, die mit der Burg Ravensberg, der Sparrenburg in Bielefeld, der Burg
Vlotho, der Burg Limberg zeitweise vier Höhenburgen in
Besitz hatten. Von diesen Burgen wurden jedoch nur die Burg Ravensberg bei
Borgholzhausen und die Burg
Sparrenberg in Bielefeld von den Ravensberger Grafen selbst erbaut.
Vermutlich wurde mit dem Bau der Burg Ravensberg bereits um das Jahr 1075 unter
Hermann von Calvelage begonnen. Urkundlich erwähnt wird die Burg Ravensberg
jedoch zum ersten Mal im Jahr 1141. In dieser Urkunde ist auch von Hermann II. von Calvelage das erste
Mal von einem "Graf von Ravensberg" die Rede. Die Burg Ravensberg
beherschte zu dieser Zeit als wehrhafte Höhenburg den
Pass durch den Teutoburger Wald bei Holthusen, dem heutigen Borgholzhausen.
Einen Eindruck vom ehemals imposanten Anblick der mächtigen
Burganlage, bevor der Wald die
Sicht auf den Großteil der Burg verdeckte, vermittelt noch das
Bild links aus dem Jahr 1836.
Der mächtige Bergfried mit seinen fast drei Meter dicken Mauern bestand
vermutlich ebenfalls schon um 1141.
Eine Besonderheit des Turmes ist seine Tropfenform, die auch bei dem
Turm der Bielefelder Sparrenburg - der zweiten durch die Ravensberger Grafen
erbauten Burg - anzutreffen ist.
Unklar ist, wann die Burg
das erste Mal um eine
Vorburg mit einer durchgehenden Ringmauer aus Stein erweitert wurde - vermutlich geschah dies aber unter Otto I. (1141-1173).
Nach den Baumaßnahmen befand sich der Bergfried nun in der Mitte der Burg und teilte mit seinen angrenzenden
Gebäuden die Burg baulich in Vor- und Hauptburg. Ein zweiter Turm
an der westlichen Ringmauer wurde schätzungsweise zwischen 1175 und 1225
errichtet; er hatte in etwa die Ausmaße wie der heute noch
erhaltene Bergfried!
Nachdem die Ravensberger Grafen im Jahre 1346
in der männlichen Linie ausstarben, ging die Grafschaft
Ravensberg über Mararethe von Ravensberg in den Besitz des
Adelsgeschlechts von Jülich-Berg über. Die Herzöge aus dem
Rheinland kümmerten sich jedoch nur wenig um die entfernt
liegende Grafschaft.
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