Canaillen-Bagage im Burgtheater

Jedes Jahr ist der Besuch der Canaillen-Bagage, einer Schauspielergruppe der LAG Spiel und Theater NRW e. V. unter der Leitung von Michael Zimmermann, DAS Highlight des Sommers. Wenn die Stückauswahl der CB auch nur ansatzweise publikumsfreundlich ist, findet das Ganze auch ohne großes Dazutun eine volle Zuschauerzahl, wenn nur – und das machte uns der 20. Juli wieder einmal deutlich – das liebe Wetter mitspielt. Nachdem der Nachmittag dieses Tages von durchziehenden Gewittern geprägt war, die Verantwortlichen auf Veranstalterseiter bereits (aber nur kurz…) an Absage gedacht hatten und die Hauptdarsteller ihr Ankommen auf 90 Minuten später als üblich angekündigt hatten, ging ab 18 Uhr das Bangen und Beten los, das Ganze auch wie gewohnt im Amphitheater (und nicht als Schlechtwetteralternative unter dem Glasdach des Ravensberger Klassenzimmers) durchzuführen. Da zu diesem Zeitpunkt auch schon die ersten Essensgäste (das Campo hatte auf Vorbestellung lecker gekocht) eintrafen, konnten schon einmal gefühlt ein Dutzend Wetter-Apps befragt werden, um ebenso viele, minutengenau leider unterschiedliche Angaben zur weiteren Regenentwicklung zu bekommen. Dann, um 19.15 Uhr, die Ansage des Regisseurs Zimmermann, das bisher unter dem Glasdach vor der Theke und zwischen Biergartentischen mit Gästen gelagerte Bühnenbild an den Ort seiner finalen Bestimmung zu schafffen – open air ins Theater unter immer weiter aufklarendem Himmel. Berufsbedingter Durchsetzungswille und Mut sprachen aus dieser wichtigsten Entscheidung des gesamten Tages, und wir danken ihm noch immer dafür…

Bereits geschminkte und kostümierte Schauspieler stellten dann “mal eben” in 30 Minuten vor den Augen der Zuschauer das Bühnenbild auf, um hernach quasi von “0 auf 100” nach kurzer Begrüßung durch die Stiftung pünktlichst loszulegen und bei aufgelockertem Himmel und trockenen Sitzkissen eine reife und sehr lustige Vorstellung von John Gay’s “Bettleroper” als besonderes Gaunerstück hinzulegen. Merke: Den Tapferen hilft das Glück.

Danken möchte die Stiftung nicht nur der Canaillen-Bagage, sondern auch den vorangemeldeten Gästen (immerhin fast drei Viertel der insgesamt ca. 85 Zuschauer), die ohne Ausnahme ALLE erschienen waren. Auch das zeugt von Tapferkeit, die in jeder Hinsicht belohnt wurde.